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EXHIBITIONS

2024 - Stimmen der Verantwortung

Die Ausstellung in der JVA Adelsheim am 30. November und 1. Dezember präsentierte Videoinstallationen, Mehrkanalprojektionen und Filme von Louis von Adelsheim und Karl Anton Koenigs. Interviews mit Gefangenen, Fachleuten und JVA-Mitarbeitern gaben tiefgehende Einblicke in den Haftalltag, die Ursachen von Kriminalität und Chancen der Resozialisierung. Kunstwerke aus einem Workshop mit Uwe Neuhaus ergänzten die großflächigen Projektionen auf den Außenmauern. Neben diesen Arbeiten wurden Szenen aus dem Gefängnisalltag gezeigt, begleitet von Musik, die von den Insassen komponiert und gesungen wurde. Die Ausstellung verband Kunst, Dokumentation und persönliche Schicksale zu einer bewegenden Reflexion über das Leben hinter Gittern und die gesellschaftliche Verantwortung für den Strafvollzug.

2024 - Emergency Exit

Krieg, Klimakrise, Desinformation in Gestalt von „Fake News“, gesellschaftliche und global-politische Polarisierungen – längst hat man den Eindruck, dass die Welt unter dem Einfluss zahlreicher Konflikte und Katastrophen in den Zustand einer allgemeinen „Emergency“ eingetreten ist; dass also der „Notstand“ herrscht, wie man das englische Wort übersetzen kann. Die neue Ausstellung von „Adelsheim leuchtet“ thematisiert die drängenden Probleme der Gegenwart mit einer Reihe von neuen Videoinstallationen und verbindet die poetische, bildstarke Beschreibung der aktuellen „Emergency“ mit einem surreal-dadaistischen Entwurf eines „Emergency-Exits“. Die Künstler Louis von Adelsheim und Karl Anton Koenigs greifen dabei auf eine der berühmtesten alt-testamentarischen Erzählungen zurück und verwandeln die berühmte Arche Noah in die bis zur Eröffnung dieser Kunstschau noch unbekannte „Rakete Noah“: Ein zehn Meter hohes, symbolisch mahnendes Kunstwerk mit einer Rettungskapsel, die mit der DNA sämtlicher Lebewesen und mit allem Wissen der Menschheit ausgestattet ist. Sie steht bereit, den Planeten zu verlassen und in sicherer Entfernung zu umkreisen, bis die Erde sich von den von uns allen angerichteten Zerstörungen erholt hat.

2023 - Meeresaltar

Die Ausstellung Meeresaltar, gezeigt 2023 in Lich, setzte die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Meer als Sehnsuchts- und Konfliktraum fort. Im Zentrum standen filmische Arbeiten, die auf der Insel La Graciosa entstanden sind und die Weite, Bewegung und stille Kraft des Ozeans eindrucksvoll einfangen. Eine zentrale Arbeit der Ausstellung war die Transformation des bekannten Tischfilms: Statt auf einer horizontalen Fläche wurde das Material diesmal großformatig an die Wand projiziert und gespiegelt. Diese Verschiebung eröffnete neue Wahrnehmungsebenen und ließ das Geschehen zwischen Realität und Reflexion oszillieren. Im Mittelpunkt des Raumes befand sich eine Spiegelkiste, in der der Film über Kravzuk zu sehen war. Die Installation erzeugte einen konzentrierten, fast meditativen Blickraum, in dem sich Bild, Spiegelung und Betrachter miteinander verschränkten. Meeresaltar verband Naturerfahrung mit konzeptueller Strenge und schuf eine ruhige, zugleich vielschichtige Bildwelt, die das Meer als Projektionsfläche menschlicher Fragen erfahrbar machte.

2023 - Walking on Water

Mit der Ausstellung Walking on Water wurde der Zehntspeicher des Westwendischen Kunstvereins in Gartow nach dreijähriger Pause wiedereröffnet. Die Videoinstallationen von Louis von Adelsheim und Karl Anton Koenigs sowie Fotografien von Friederike von Stackelberg verbanden eindrucksvoll ästhetische Schönheit mit kritischer Reflexion. Großformatige Drohnenaufnahmen der Meeresbrandung standen einer irritierenden Tischprojektion gegenüber: ein festliches Fischdinner, bei dem statt Delikatessen Plastikmüll über die Teller treibt. Ergänzt wurden diese Arbeiten durch verstörende Nahaufnahmen der Fischverarbeitung, die den Umgang des Menschen mit dem Meer schonungslos sichtbar machen. Die Ausstellung thematisierte die Folgen von Überfischung und Umweltverschmutzung und stellte die Frage nach unserer Verantwortung. Walking on Water bleibt als eindringliches Erlebnis in Erinnerung – poetisch, visuell kraftvoll und zugleich hochaktuell.

2022 - Zwischen den Zeiten

"Zwischen den Zeiten" - so lautete der Untertitel, der im Jahr 2022 faszinieren und zum Nachdenken anregen sollte. Louis von Adelsheim, der Multimedia-Künstler hinter diesem Projekt, erschuf hier weit mehr als eine gewöhnliche Lightshow. Durch Projektionen, harmonische Klänge und Musik entstanden Traumwelten, in denen man verweilen konnte. Alte Mauern loderten mit Flammenbildern, kunstvolle Lichtmuster woben sich über Schlossfassaden, und in einem "Lebendigen Fresko" wurde eine paradiesische Frauenfigur projiziert. Dies stand im Kontrast zu den großen Fragen des Lebens, die den Künstler umtrieben und an den verschiedenen Licht- und Videostationen Raum fanden. "Zwischen den Zeiten" bot Gelegenheit, über den Tellerrand zu schauen und sich von lyrischen, humorvollen, lebenskritischen und versöhnlichen Momenten inspirieren zu lassen. Louis von Adelsheim hatte einen reichen Erfahrungsschatz in Medienkunst und Film und teilte nun seine einzigartige Vision, Architektur und Natur mit Licht zu bemalen.

2022 - Nacht egal ich hör Lich zapfen

Die Ausstellung „Nacht egal ich hör Lich zapfen“ verwandelt das historische Anwesen der Dippemühl in eine vielschichtige, audiovisuelle Erlebniswelt zwischen Kneipe, Filmraum und Installation. Ausgangspunkt ist der „Blaue Kaktus“, der bereits 2019 bei Kunst in Licher Scheunen als atmosphärische Kneipeninstallation Aufmerksamkeit erregte – nun kehrt er in erweiterter Form zurück. Gemeinsam mit dem Videokünstler Louis von Adelsheim entwickelt Karl Anton Koenigs eine raumgreifende Inszenierung, die sich dem Thema Bier auf überraschende Weise nähert. Statt dokumentarischer Erzählung entsteht eine surrealistisch geprägte Bildwelt: Filmische Fragmente aus dem Brauprozess treffen auf Szenen des Konsums, auf Beobachtungen von Menschen, Atmosphäre und Ritual. Die Besucherinnen und Besucher bewegen sich durch eine Kneipe, die zugleich Projektionsfläche ist – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Im Dachstuhl installierte Projektionen, umgesetzt mit technischer Unterstützung von Stefan Krenger, durchziehen den Raum und schaffen eine dichte, immersive Umgebung. Besonders in der Dunkelheit entfaltet sich die volle Wirkung: Die Dippemühl wird zum leuchtenden Gesamtkunstwerk. Ergänzt wird die Installation durch Malerei von Marie Dewitz, die Kneipenwirte aus Lich in Öl porträtiert. Ihre Arbeiten holen die Gesichter hinter der Theke in den Ausstellungsraum – und geben ihnen im „Kaktus“ symbolisch ihren Platz. „Nacht egal ich hör Lich zapfen“ ist damit mehr als eine Ausstellung über Bier: Es ist eine künstlerische Annäherung an Gemeinschaft, Nachtkultur und das Zusammenspiel von Ort, Licht und menschlicher Präsenz.

2021 - Plastische Perspektiven

Das künstlerische Werk Karl Anton Koenigs und sein von ihm 2017 ins Leben gerufene KAKVERSUM entziehen sich jeglicher tradierter Vorstellung von künstlerischer Arbeit. Seine großen raumbezogenen Installationen, genau wie die von ihm geschaffenen kleineren Objekte und Gerätschaften, vermitteln dem Betrachter einen hintersinnigen, wenn nicht gar anarchischen Eindruck seines überbordenden künstlerischen Ausdruckswillens. Die Interaktion mit dem Publikum im Sinne partizipativer Aspekte steht dabei meist im Vordergrund seines Schaffens.

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